
Squalan in der Hautpflege: Was steckt dahinter?
Squalan gehört zu den Inhaltsstoffen, die in Gesichtspflege immer häufiger auftauchen, von leichten Ölen bis zu reichhaltigen Balms. Doch was ist Squalan eigentlich, worin unterscheidet es sich von Squalen und warum ist es in der Hautpflege so beliebt? Hier bekommst du einen klaren Überblick ohne Marketingversprechen.
Kurz gesagt
Squalan ist die hydrierte, stabile Form von Squalen, einem Lipid, das auch natürlicher Bestandteil des hauteigenen Talgs ist. Durch die Hydrierung wird es unempfindlich gegenüber Sauerstoff und hält sich deutlich länger. In der Hautpflege dient Squalan als leichtes, schnell einziehendes Pflegeöl (Emollient), das die Haut geschmeidig macht, ohne schwer zu wirken.
Was ist Squalan?
Squalan ist ein farbloses, nahezu geruchloses Öl. Chemisch gesehen ist es ein Kohlenwasserstoff, also ein Molekül, das nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff besteht. Auf der Inhaltsstoffliste (INCI) findest du es als Squalane.
In der Kosmetik gehört Squalan zu den sogenannten Emollients. So bezeichnet man Stoffe, die die Hautoberfläche glätten und geschmeidig machen. Anders als viele schwere Öle hinterlässt Squalan kaum einen Film und zieht schnell ein. Das macht es zu einem vielseitigen Baustein für Pflegeprodukte jeder Art.
- Stoffgruppe: Kohlenwasserstoff, Emollient
- Konsistenz: dünnflüssiges, leichtes Öl
- Geruch und Farbe: nahezu geruchlos, farblos
- Besonderheit: sehr stabil gegenüber Luft und Licht
Squalen oder Squalan: Was ist der Unterschied?
Die beiden Namen unterscheiden sich nur in einem Buchstaben, doch der Unterschied ist wichtig. Squalen ist ein natürlich vorkommendes Lipid. Unsere Haut bildet es selbst, es ist ein Bestandteil des Hauttalgs. Squalen kommt außerdem in einigen Pflanzenölen vor, etwa in Olivenöl.
Das Problem: Squalen ist ungesättigt. Es enthält mehrere Doppelbindungen und reagiert deshalb leicht mit Sauerstoff. Es oxidiert schnell, wird ranzig und ist damit für Kosmetikprodukte schwer haltbar zu machen.
Hier kommt die Hydrierung ins Spiel. Dabei werden die Doppelbindungen mit Wasserstoff abgesättigt. Aus Squalen wird so Squalan: ein gesättigtes, stabiles Molekül, das kaum noch oxidiert.
| Merkmal | Squalen | Squalan |
|---|---|---|
| Chemische Struktur | Ungesättigt (mit Doppelbindungen) | Gesättigt (hydriert) |
| Vorkommen | Natürlich im Hauttalg und in einigen Pflanzenölen | Wird aus Squalen hergestellt |
| Haltbarkeit | Oxidiert schnell | Sehr stabil |
| Einsatz in Kosmetik | Selten | Weit verbreitet |
Woher stammt Squalan?
Früher wurde Squalen vor allem aus Haifischleberöl gewonnen. Heute stammt das Ausgangsmaterial in der Kosmetik häufig aus pflanzlichen Quellen wie Oliven oder Zuckerrohr. Chemisch ist das fertige Squalan unabhängig von der Quelle gleich aufgebaut. Wenn dir die Herkunft wichtig ist, lohnt sich ein Blick in die Produktinformationen oder eine kurze Nachfrage beim Hersteller.
Was macht Squalan in der Hautpflege?
Squalan ist vor allem ein Hautgefühl-Stoff. Es verteilt sich leicht, macht die Haut weich und geschmeidig und hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu halten, indem es die Oberfläche pflegt. Da Squalen ohnehin im Hauttalg vorkommt, empfinden viele Menschen Squalan als besonders angenehm und unkompliziert.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Rezeptur: Weil Squalan so stabil ist, trägt es dazu bei, dass ein Produkt über die Zeit gleichbleibend in Konsistenz und Geruch bleibt. Formulierer schätzen es außerdem, weil es reichhaltige Fette wie Rindertalg leichter verteilbar macht.
Squalan in Kombination mit Rindertalg
Rindertalg aus Weidehaltung besteht überwiegend aus Triglyceriden mit Öl-, Palmitin- und Stearinsäure und ist eher fest und reichhaltig. Squalan ist das Gegenteil: dünn und leicht. Zusammen ergeben sie eine Textur, die nährt und trotzdem schnell einzieht. Genau deshalb wird Squalan gern in Tagespflege eingesetzt, die unter Make-up oder vor dem Rausgehen nicht schwer auf der Haut liegen soll.
Für welche Hauttypen eignet sich Squalan?
Squalan gilt als sehr vielseitig und wird von vielen Hauttypen gut angenommen:
- Trockene Haut: schätzt das geschmeidige Hautgefühl ohne Fettfilm.
- Mischhaut: kommt oft gut mit der leichten Textur zurecht.
- Empfindliche Haut: Squalan selbst ist duftneutral, achte aber auf die übrigen Inhaltsstoffe eines Produkts.
- Ölige Haut: Squalan allein ist leicht, in Kombination mit reichhaltigen Fetten kann ein Produkt aber dennoch sehr nährend sein. Starte sparsam.
Hinweis: Ein einzelner Inhaltsstoff sagt nichts über die Verträglichkeit des ganzen Produkts. Enthält eine Pflege ätherische Öle wie Teebaumöl, mache vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest: etwas Produkt in der Armbeuge auftragen und 24 Stunden abwarten. Bei Hauterkrankungen wende dich bitte an eine Hautärztin oder einen Hautarzt.
Wie wendest du Pflege mit Squalan an?
Reines Squalan-Öl kannst du tropfenweise auftragen oder einer Creme beimischen. In einem fertigen Balm ist es bereits optimal eingebunden. Nimm eine erbsengroße Menge, erwärme sie kurz zwischen den Fingerspitzen und massiere sie in die gereinigte Haut von Gesicht und Hals ein. Morgens eignet sich eine leichte Tagespflege mit Squalan gut als Grundlage, tagsüber solltest du zusätzlich an Sonnenschutz denken.
Tipp: Trage reichhaltige Pflege mit Squalan auf leicht feuchte Haut auf, zum Beispiel direkt nach dem Abtupfen des Gesichts. So lässt sie sich besonders gleichmäßig verteilen und du kommst mit einer kleineren Menge aus. Wenn deine Haut nach einigen Minuten noch glänzt, reicht beim nächsten Mal weniger.
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Jetzt ansehenHäufige Fragen
Ist Squalan ein Öl oder ein Fett?
Squalan ist ein flüssiges Öl, chemisch ein Kohlenwasserstoff. Es ist kein Triglycerid wie die meisten Pflanzenöle oder Rindertalg, verhält sich auf der Haut aber ähnlich wie ein sehr leichtes Pflegeöl.
Wird Squalan ranzig?
Squalan ist durch die Hydrierung sehr stabil und oxidiert kaum. Ein Produkt besteht aber aus mehreren Inhaltsstoffen, deshalb solltest du dich immer an die angegebene Haltbarkeit nach dem Öffnen halten.
Kann ich Squalan mit anderen Pflegeprodukten kombinieren?
Ja, Squalan lässt sich mit den meisten Pflegeprodukten gut kombinieren. Als Faustregel gilt: leichte, wässrige Produkte zuerst auftragen, ölhaltige und reichhaltige Produkte zum Schluss.
Riecht Squalan?
Reines Squalan ist nahezu geruchlos. Der Duft eines Produkts kommt deshalb von anderen Inhaltsstoffen, zum Beispiel von ätherischen Ölen.


